Unser Wahlprogramm 2016

FWG-Wahlbroschüre 2016 (PDF - 5.930KB)

Die FWG verzichtet auch bei dieser Wahl bewusst auf Versprechungen für die kommende Legislaturperiode. Wir versichern allerdings alles zu tun, um die Lebensqualität in unserem Weilrod zu erhalten und soweit möglich zu verbessern. Dazu möchten wir unter anderem folgende Maßnahmen vorstellen:

1. Ausbau der Infrastruktur

Wir sehen den Ausbau der Kommunikationsinfrastruktur (wie z.B. Breitband und Mobilfunk) in Weilrod ebenso wie die Versorgung mit Wasser und Strom als Daseinsvorsorge an. Seit der letzten Kommunalwahl hat sich das Datenvolumen für Internetdienste in Deutschland mehr als verdreifacht und wir alle wissen, dass schnelles Internet nicht weiter nur ein „Spielzeug” ist, sondern in unser aller Alltag ganz selbstverständlich Einzug gehalten hat. Wir schätzen diesen Bereich deshalb als so wesentlich ein, weil er Grundlage für alle Folge- und Zukunftsthemen ist: Ohne Kommunikation kein Austausch untereinander, weder für Familien, noch für das Gewerbe. Ohne Gewerbe weder Arbeitsplätze noch Gewerbesteuer, und: ohne Gewerbesteuer gibt es keine Aufrechterhaltung der Kinderbetreuung, ohne Kinderbetreuung kein attraktives Wohnen, ohne attraktives Wohnen keine Familien, usw. Wir setzen uns dafür ein, diese wichtige Thematik noch stärker einzufordern und idealerweise festzuschreiben.

2. Haushalt und Wirtschaft

Den seit 2011 von uns geprägten Weg der Haushaltskonsolidierung wollen wir konsequent weiter verfolgen, um unser wichtigstes Ziel, den Schuldenabbau, zu erreichen. Mit gesparten Zinsaufwendungen kann Weilrod zukünftig wieder „das Atmen” beginnen und sich in kleinen Schritten von äußerer Beeinflussung emanzipieren (Kreisumlage, kommunaler Finanzausgleich, Tarifproblematiken etc.). Unterstützt durch unsere Initiative der Wirtschaftsförderung und der Fördermittel-Akquise, möchten wir kreativ weitere Haushaltsgelder mobilisieren. Synergien sehen wir in der Interkommunalen Zusammenarbeit (IKZ) mit unseren Nachbarkommunen – allerdings stets kritisch hinterfragt und einen Fokus auf Bürgernähe behaltend. So sehen wir auch den Zeitpunkt gekommen, die IKZ der Bauhöfe Weilrod und Schmitten in ihrer Struktur eindeutiger auszubauen oder zu beenden; entweder richtig oder gar nicht! Durch die Schaffung eines Wirtschaftsförderungs-Kompetenz-Centers zur individuellen Beratung und Förderung für Unternehmen möchten wir die Bemühungen verstärken, unsere Gemeinde als interessanten Wirtschaftspartner zu positionieren. Die FWG fordert bei Vergabe kommunaler Aufträge eine stärkere Berücksichtigung der heimischen Unternehmen – immer unter Einhaltung der Vergaberichtlinien. Zur Ergebnissicherung der Einnahmen sehen wir die gemeindeeigenen Wälder als Weilroder Kapital. Nur mit einer langfristig fachmännisch geführten, nachhaltigen Forstwirtschaft wird eine kontinuierliche Stabilisierung unseres Haushaltes gelingen.

3. Transparenz und Nachvollziehbarkeit

Politik sollte noch transparenter werden. Verwaltungs- und Gremienentscheidungen müssen für jeden Bürger nachvollziehbarer sein. Der 2011 begonnene Weg, öffentliche Protokolle für jedermann einsehbar zu machen, sollte durch einen aktiveren Informationsfluss seitens der Verwaltung und der Gremien fortgesetzt werden. Um attraktive Gemeindepolitik zu gestalten, möchten wir den Dienstleistungs-Charakter von Politik weiter forcieren, um noch mehr Bürgern die Möglichkeit zu geben, sich über das politische Geschehen in unserer Gemeinde zu informieren.

4. Miteinander / Füreinander

Das partnerschaftliche und aktive Miteinander der Weilroder Generationen sehen wir als wesentliches Fundament unserer Gemeinde an. In einem Modell „Senioren für Jugend und Jugend für Senioren“ könnten generationsübergreifende Hilfestellungen stattfinden. Darüber hinaus fördert die FWG die Wiederbesetzung der wichtigen Stelle eines Jugendpflegers. Die sehr gute Arbeit der Jugendförderung, der einzelnen Seniorengruppen und des Seniorenbeirates möchten wir weiterhin unterstützen und uns für die nötigen Mittel im Haushalt einsetzen. Wir streben beitragsfreie Kindergartenplätze unter Mithilfe des Bundes, des Landes und des Kreises an, um einen gerechten Ausgleich zwischen den Vordertaunus-Kommunen und unserer ländlichen Gemeinde herzustellen. Die Unterstützung der dreizehn Weilroder Feuerwehren, der Vereine und sonstigen Gruppen auf Basis des bewährten „Weilroder Modells“ wollen wir beibehalten. Diese Miteinander-Füreinander-Grundsätze gelten auch für die aktuellen Herausforderungen der Integration.

5. Energie und Ökologie

Die FWG hat in den letzten Legislaturperioden mehrfach Anträge zur Nutzung neuester Technologien, wie z.B. LED für die Straßenbeleuchtung, eingebracht. Diese bedeuten nicht nur einen ökologischen sondern auch einen ökonomischen Mehrwert für Weilrod. Weiterhin stehen wir auch zu unserer Forderung den Einsatz solarbetriebener Straßenlampen zu forcieren, um lichtfreie Plätze kostengünstig auszuleuchten. Die nachhaltige und vor allem ökologische Bewirtschaftung der gemeindlichen Agrar- und Forstflächen sowie die Förderung alternativer, landschaftsverträglicher Energiegewinnung liegt uns am Herzen. Die Schaffung weiterer und neuer Betankungsmöglichkeiten mit Gas und Strom innerhalb des Gemeindegebietes muss vorangetrieben werden. Die Stärkung unseres kommunalen Einflusses bei der Bereitstellung einer zukunftsfähigen Stromversorgung zur Daseinsvorsorge in unserer neuen EnergieRegion Taunus-Goldener Grund ist uns ein wichtiges Anliegen – deshalb engagieren wir uns führend in den Gremien!

6. Kommunale Liegenschaften

In der Nutzung, Verwaltung und Vermarktung unserer gemeindlichen Liegenschaften (Grundstücke, Dorfgemeinschaftshäuser, Friedhöfe, sonstige Gebäude in kommunaler Hand usw.) sehen wir Handlungsbedarf. Die Bewirtschaftung dieser Liegenschaften muss stetig überprüft und bearbeitet werden. Für die in allen Ortsteilen liegenden Grundstücks-Inselflächen sollte der Verkauf weiter und kreativer angekurbelt werden, denn diese belasten derzeit Verwaltung und Haushalt. Mit vorhandenen Geldern muss optimal gehaushaltet werden. Gebührenerhöhungen müssen vermieden werden. Wir wünschen uns eine aktivere Vermarktung der ungenutzten gemeindlichen Liegenschaften, um weiteren Leerstand und Verfall zu vermeiden. Durch die Minimierung der Unterhaltungskosten und etwaige Veräußerungen gilt es weiter die Möglichkeiten auszuschöpfen, den Haushalt zu entlasten. Wir stehen einer kritischen Diskussion zu den öffentlichen Räumlichkeiten in jedem Ortsteil offen gegenüber. Bei der Instandhaltung der Liegenschaften fordern wir die Beachtung unseres Energie- und Kostensparantrages. Energiesparen heißt, den Haushalt nachhaltig zu entlasten. Wir setzen uns dafür ein, dass in Weilrod die Barrierefreiheit weiter vorangetrieben und beachtet wird. Hierfür braucht es eine enge Verzahnung mit den öffentlichen Trägern und den Einrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigung, um in Zusammenarbeit mit diesen vorhandene Barrieren zu erkennen und abzubauen.

7. Freizeit und Tourismus

Wir stützen den Tourismus in Weilrod im Naherholungs- und Kurzzeitangebot – wollen aber weg von touristischem Wunschdenken. Die Freizeit-Aktivitäten in Zusammenarbeit mit den Weiltal-Gemeinden und dem Taunus-Touristik-Service möchten wir ausbauen. Dazu gehören die aktive Bewerbung des Weiltals durch das Taunus-Informationszentrum sowie z.B. die weitere Verbesserung einzelner Rad- und Wanderwege, die Erschließung des von uns geforderten „Weilroder Höhenweges“ oder die Machbarkeitsprüfung einer touristischen Attraktion in Weilrod. In der Weiterentwicklung des „Autofreien Weiltal-Sonntags”, des „Weiltalmarathons“ sowie der Unterstützung der Aktivitäten Weilroder Vereine und der Gastronomie sehen wir gute touristische Entwicklungsmöglichkeiten. Die Einrichtung eines Info-Zentrums in der Mitte von Weilrod könnte für Weilroder Gäste ein attraktiver Willkommens- und Kommunikationspunkt sein.

8. Gesunder Menschenverstand

Verwundert stellen wir vermehrt fest, dass zu viel von „Oben” nach „Unten” durchgereicht wird, seien es die Beschlüsse der Energiewende, die Vorgaben zur Kleinkindbetreuung oder das neue EU-Abfallwirtschaftsgesetz mit der Einführung der Biotonne auch im ländlichen Raum. Wir möchten in allen Überlegungen und politischen Entscheidungen den gesunden Menschenverstand wieder gestärkt sehen. Hierbei werben wir auch dafür, bei „Querschlägern” von EU, Bund, Land und Kreis darüber nachzudenken, ob ein eigener Weilroder Weg nicht der bessere und auch günstigere sein kann. Bei allen Vorgaben durch vorgesetzte Behörden ist immer auch auf die ökonomischen und ökologischen Gegebenheiten vor Ort zu achten – auch kleine Kommunen müssen weiterhin soviel „Spielraum” haben, dass sie sich selbst verwalten können! Diskussionen zwischen übergeordneten Behörden, wie z.B. in der Frage „ländlicher Raum – Ja oder Nein“, dürfen nicht dazu führen, dass daraus für Weilrod ein Nachteil entsteht.